16.01.2013 17:01 DFB-Mobil

Vom Teilnehmer eines DFB-Mobil-Besuches zum DFB-Mobil-Teamer

Mit Begeisterung dabei: Jens Graßau  © André Mäbert / SFV
Mit Begeisterung dabei: Jens Graßau
Jens Graßau beantragte für seinen Verein dem SC Polenz e.V. vor ca. 2 Jahren einen DFB-Mobil-Besuch, um u.a. die Thematik „Qualifizierung“ allen Beteiligten näher zu bringen. Inzwischen hat er einige Stufen der Qualifizierungspyramide erfolgreich absolviert und ist nun Inhaber der C-Lizenz (Breitenfußball). Außerdem unterstützt er mittlerweile selbst den Sächsischen Fußball-Verband (SFV) als DFB-Mobil-Teamer.

von André Mäbert (aus der Zeitschrift "Sachsen-Fußball")

Frage: Wie hast du vom DFB-Mobil erfahren?

Jens Graßau: Schon zu Beginn des Projektes „DFB-Mobil“ verfolgte ich dieses im Internet sehr interessiert und mir war klar, dass ich diese Aktion in meinen Verein holen muss. In meiner Arbeit mit den Kindern wollte ich den Fußball nicht neu erfinden, sondern auf bewährte Methoden, die Erfahrungen und die Ideen des DFB zurückgreifen. Da kam das Projekt „DFB-Mobil“ genau zur richtigen Zeit.

Frage: Warum hast du das DFB-Mobil für deinen Verein geordert?

Graßau: Durch die Entscheidung langfristig mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten, war es notwendig nicht zu experimentieren, sondern von Beginn an den „richtigen Weg“ einzuschlagen. Damals wollte ich Eltern, Verein und unseren Übungsleitern zeigen „wir sind auf dem richtigen Weg“. Außerdem sollte der DFB-Mobil-Besuch ein unvergessliches Erlebnis für die Kinder und die Vereinstrainer werden einmal „mit echten DFB-Trainern“ eine Trainingseinheit zu absolvieren.

Frage: Wie kam die Terminfindung zustande?

Graßau: Einfach und unkompliziert - auf der Homepage des SFV unter dem Bereich „DFB-Mobil“ fand ich die Kontaktdaten des Ansprechpartners. Dann eine E-Mail an diesen gesendet und anschließend bekam ich Terminvorschläge und alles Weitere konnte los gehen.

Frage: Wie gestaltete sich der weitere Ablauf?

Graßau: Nachdem ein Termin gefunden war, bekamen wir diverse Unterlagen zugesandt u.a. eine Vereinbarung zwischen Verein und DFB bzw. Poster mit der Terminierung zum Aushang. Die Kinder haben dann gemerkt, dass es bald soweit ist und entwickelten eine große Vorfreude bzw. fieberten wir alle dem Ereignis entgegen.

Frage: Welche besonderen Bedingungen musstest du bzw. der Verein erfüllen?

Graßau: Das waren nicht viele. Lediglich die Stromversorgung direkt am Sportplatz musste sichergestellt werden. Außerdem sollten die Nachwuchskicker der Altersklassen F-/E-Junioren möglichst vollzählig anwesend sein, damit ca. 24 Kinder an der Trainingseinheit teilnehmen.  Des Weiteren wurde eine geeignete Räumlichkeit im Vereinsheim für die Info-Veranstaltung benötigt, so dass viele Vereinsmitglieder, Eltern aber vor allem Trainer und Übungsleiter auf Einladung diese besuchen konnten. Das Ganze ist eine einfache Möglichkeit, um sich kostenlos weiterzubilden und sehr empfehlenswert für alle Interessierten.

Frage: Wann und wo fand der DFB-Mobil-Vereinsbesuch statt?

Graßau: Im Muldental gehörte der SC Polenz e.V. zu einem der ersten Vereine, die das DFB-Mobil begrüßen durften. Am Donnerstag, 23.09.2010 um 17:00 Uhr war es dann soweit!

Frage: Welche Erwartungen hattest du an den DFB-Mobil-Besuch?

Graßau: Meine Erwartungen waren in erster Linie die Überprüfung, ob ich auf dem „richtigen Weg“ in  der Nachwuchsarbeit bin. Darüber hinaus wollte ich Impulse und Ideen sammeln. Des Weiteren sollte der Besuch auch ein besonderes „Highlight“ im Verein sein, wo u.a. die Kinder Spaß und Freude haben bzw. die Trainer viele Informationen bekommen.

Frage: Wie lief die Veranstaltung vor Ort ab?

Die DFB-Mobil-Teamer des SFV bei einer DFB-Veranstaltung  © André Mäbert / SFV
Die DFB-Mobil-Teamer des SFV bei einer DFB-Veranstaltung
Graßau: Absolut professionell! Nachdem das Mobil auf dem Platz des SC Polenz angekommen war, ging es nach einer kurzen Absprache direkt an den Aufbau. Darauf begrüßten die beiden Teamer alle Kinder und Übungsleiter. Anschließend startete einer der beiden Teamer mit den Kindern in die Ballgewöhnung/Erwärmung u.a. mit tollen Fangspielen, während der 2. Teamer kurz den Trainern/Übungsleitern den weiteren Ablauf und die „10 goldenen Regeln“ des Kinder- und Jugendtrainings bzw. die Zielsetzung des Besuchs erklärte. Sehr positiv war, dass die gute Arbeit an der Basis gelobt und anerkannt wurde. Im weiteren Verlauf ging es dann in die verschiedenen Übungs- und Spielformen bei denen auch die Trainer aktiv gefragt waren. Nach diesen sehr motivierten Aufgaben konnten dann die Kinder zum Abschluss in einem Champions-League-Turnier die besten Teams mit eigenen Vereinsmannschaftsnamen im 4 gegen 4 untereinander ausspielen. Zum zweiten Teil, dem Info-Block im Vereinsheim, nahmen neben dem Vorstand auch Eltern aber vor allem viele Übungsleiter und Spieler der Herrenmannschaft teil. Nach einer sehr informativen Präsentation mit vielen Unterlagen für die Teilnehmer und anschließendem, umfangreichen Erfahrungsaustausch überreichten die Teamer noch weitere Materialien, unter anderem eine Urkunde und einen altersgerechten Spielball zum Abschluss.

Frage: Was konntest du aus dem DFB-Mobil-Besuch mitnehmen?

Graßau: Als erstes ist zu sagen, dass meine persönlichen Erwartungen mehr als erfüllt wurden. Denn mir wurde klar, um einen langfristigen Leistungsaufbau durchführen zu können, muss man immer auf dem aktuellen Stand sein und eine gute qualifizierte Trainerausbildung gehört da einfach dazu. Besonders positiv waren die beiden Teamer - das waren Trainer zum „Anfassen“. Der Erfahrungsaustausch stand mit vielen Tipps und Hinweisen im Vordergrund sowie die Möglichkeiten zur Trainingsgestaltung aber auch die Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen wurden diskutiert.

Frage: Was hat dich dazu bewogen, nach dem DFB-Mobil-Vereinsbesuch eine Trainerlizenzausbildung anzustreben?

Graßau: In der Info-Veranstaltung wurde auf die Möglichkeiten der Qualifizierung hingewiesen und der Weg zum Erwerb einer DFB-Trainer-Lizenz aufgezeigt. Neben den hochmotivierten Kindern an diesem Tag war ich selbst so begeistert, dass ich noch am Abend die Entscheidung traf, diesen Weg auch zu gehen.

Frage: Waren dazu bestimmte Voraussetzungen notwendig?

Graßau: Zur Überprüfung, ob man diesen Weg wirklich einschlagen will, sollte man als erstes eine oder evtl. auch mehrere fußballspezifische Kurzschulungen zu verschiedenen Themen besuchen. Eine ist als Mindestvoraussetzung auf jeden Fall notwendig, um zur Teamleiter-Ausbildung (Grundlagenlehrgang) zugelassen zu werden. In den Kurzschulungslehrgängen, das weiß ich heute, bekommt man einen ersten Einblick von dem, was in der weiterführenden Lizenzausbildung sowohl in theoretischen als auch praktischen Teilen geschult wird.

Frage: Wie gestaltete sich der weitere Weg bis zur abgeschlossenen C-Lizenz-Ausbildung?

Graßau: Nach dem ich eine der Kurzschulungen besuchte, meldete ich mich zum Grundlagenlehrgang (Teamleiter) an. Zu meiner Überraschung lernte ich dort einige Persönlichkeiten kennen u.a. ehemalige Spieler mit Oberliga- bzw. Bundesliga-Erfahrung und mir wurde bewusst, den Weg zu einer Trainer-Lizenz muss jeder gehen. In den Gruppenarbeiten erkannte ich auch, wie wertvoll der Erfahrungsaustausch untereinander ist und wo man selbst steht. Nach erfolgreichem Bestehen des Grundlagenlehrgangs musste ich einige Zeit warten, bis ich den Aufbau- und Prüfungslehrgang absolvieren konnte. In der Zwischenzeit nahm ich weiter an Kurzschulungen und Info-Abenden am DFB–Stützpunkt teil. Schließlich war es dann soweit, dass ich den Aufbau- und Prüfungslehrgang beginnen konnte. Ich freute mich auf 2 Wochen voller neuer Ideen, Erfahrungen, tolle Inhalte und der Herausforderung, auch diesen Lehrgang erfolgreich abzuschließen. Zu keiner Zeit hatte ich Zweifel an meiner Entscheidung, den „Weg zur Lizenz“ zu gehen. Im Gegenteil auch heute noch „brenne“ ich für meine Arbeit als Trainer.

Frage: Welchen Rat oder Empfehlungen kannst du jenen geben, die sich ebenfalls dafür entscheiden?

Graßau: Ich habe ein persönliches Motto: „Lebe begeistert und gewinne!“ Gerade im ehrenamtlichen Tätigkeitsbereich sollte man vor allem mit viel Spaß und Freude heran gehen. Diese Motivation ist dann der Motor für gute Arbeit. Jedes Training sollte zudem vorbereitet sein, und deshalb ist es gerade im Nachwuchsbereich wichtig, entsprechende Kenntnisse zu haben. Dafür bietet sich am besten eine Lizenzausbildung über den DFB und seiner Landesverbände an. Was sich für mich auch als eine wichtige Trainingsunterstützung erwiesen hat, ist die Homepage des DFB mit dem Portal "Training und Wissen“. Dort findet man u.a. eine themenspezifische Auswahl an Trainingseinheiten für alle Altersgruppen. Des Weiteren ist der Weg zur Lizenz zu schaffen - es steht aber fest, dass dies ein gewisser Prozess ist und auch nicht von heute auf morgen erfolgen kann, sondern sich u.a. über einen größeren Zeitraum (Jahre) erstreckt. Außerdem macht man es nicht nur für sich oder den Verein - profitieren werden vor allem die Spieler und Spielerinnen, für welche man Verantwortung übernommen hat. Alle die sich für den gleichen Weg entscheiden, wünsche ich maximale Erfolge!

Frage: Wie kam es dazu, dass du für den SFV als DFB-Mobil-Teamer im Einsatz bist bzw. sein wirst?

Graßau: Insgeheim dachte ich schon beim Vereinsbesuch des DFB-Mobils damals in Polenz, dass diese Aufgabe bestimmt viel Spaß macht und interessant ist. Während des Aufbau- und Prüfungslehrgangs wurde dieses Thema dann für mich konkreter bzw. konnte ich mir schon vorstellen als DFB-Mobil-Teamer mitzuarbeiten. Nach erfolgreich bestandenem Lizenzlehrgang und anschließender Bewerbung als DFB-Mobil-Teamer beim SFV wurde ich dann zu meiner großen Freude zu einem ersten DFB-Mobil-Besuch eingeladen. Dort durfte ich hinter die Kulissen schauen und wurde mit dem Projekt weiter vertraut gemacht. Mit der Begeisterung wie damals war ich wieder dabei. Ich bin froh, dass man mir das Vertrauen schenkt und freue mich auf die kommenden Herausforderungen als DFB-Mobil-Teamer!


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