07.12.2012 12:11 Training Allgemein

Umschalten funktioniert auch in der Kreisliga!

Immer gut besucht: Das Training bei der TuSEM Essen  © philippka
Immer gut besucht: Das Training bei der TuSEM Essen
Den Ball erobern – gezielt nach vorne spielen – abschließen! (von Kevin Busse, aus der Zeitschrift "fussballtraining")

Mit TuSEM Essen verknüpft der Sportinteressierte vor allem die Handball-Bundesliga. Doch dieser Mehr-Sparten-Verein stellt auch eine Fußball-
Abteilung, deren erste Mannschaft vor knapp 30 Jahren noch in der Landesliga spielte, mittlerweile jedoch in der Kreisliga B im Essener Nordwesten angesiedelt ist.

Mittelfristig möchte der Klub mit einer jungen, neuformierten Mannschaft und einem neuen Trainerteam wieder an erfolgreichere Zeiten anknüpfen. Mit Viererkette sowie einer offensiven Spielauffassung soll in den kommenden Jahren ‘in Ruhe’, aber nachhaltig etwas ‘aufgebaut’ werden. ‘Ruhe’ im Sinne von Spielübersicht und Abgeklärtheit ist übrigens auch eine Voraussetzung, um schnell umschalten zu können – in der Kreisliga genauso wie auf allen anderen Leistungsebenen.

Grundzüge des Vereinskonzepts

Um die sportliche Zukunft der Senioren-Fußballabteilung mittelfristig wieder erfolgreicher zu gestalten und die Fortschritte auch nachhaltig wirken zu lassen, fixierten vor dieser Saison Vorstand, Juniorenabteilung und die Senioren-Trainer einige grundlegende Vereinbarungen. So soll der Nachwuchsfußball zukünftig das wichtigste Fundament der Fußballabteilung bilden und quasi als Quelle der Seniorenmannschaften dienen.

Um den U19-Junioren den Übergang zu den Senioren zu erleichtern, trainieren sie weitgehend parallel mit der ersten Mannschaft, was neben dem engen Austausch zwischen den Trainern auch die direkte Einbindung der A-Jugendlichen in den Trainingsbetrieb ermöglicht. Zudem lassen sich so auch bestimmte Trainingsinhalte beider Mannschaften besser aneinander angleichen.

Ziele und Verlauf der Saisonvorbereitung

Die Säulen von Planung und Durchführung der Saisonvorbereitung bildeten die Einführung eines neuen Spielsystems mit Viererkette, die Integration der Neuzugänge und die Entwicklung einer offensiven Spielidee. Für Mannschaft und Trainerteam galt es somit, innerhalb kurzer Zeit mehrere Herausforderungen zu meistern. Erschwerend kamen die Umbaumaßnahmen auf der heimischen Sportanlage hinzu, so dass ‘räumlich’ improvisiert werden musste.

Glücklicherweise zeigten sich die umliegenden Vereine wie TuS Essen-West 81 und SuS Haarzopf als vorbildliche Nachbarn und ermöglichten dem TUSEM im Rahmen der Möglichkeiten einen geordneten Trainingsbetrieb. Und falls es mal im wahrsten Sinne des Wortes zu eng war, wurden alternative Trainingseinheiten wie Cycling-Einheiten im nahegelegenen Fitness-Studio oder Intervallläufe im umliegenden Waldgebiet eingestreut.

Analyse der ersten Testspiele

Natürlich traten in den ersten Testspielen gegen klassenhöhere Teams Probleme auf: Mangelnde Abstimmung im neuen System, viele neue und junge Spieler, die ihre ersten Seniorenpartien absolvierten usw. Phasenweise nutzen die Gegner die daraus resultierenden Ballverluste, individuellen Abwehrfehler und fehlende Kommunikation auf dem Platz eiskalt aus. Im weiteren Verlauf der Vorbereitung gewann das Zusammenspiel allerdings an Stabilität.

So hielt das Team auch gegen Kreisliga-A- und Bezirksliga-Teams recht gut mit. Sicher kam ihnen dabei die hohe Trainingsbeteiligung zugute: Zu den wöchentlich drei bis vier Trainingseinheiten erschienen nahezu durchweg mindestens 16 Spieler, was eine gezielte Trainingsplanung und -durchführung auch im taktischen Bereich ermöglichte.

Fehler sind erlaubt – und sogar notwendig

Gerade bei einem jungen Team gilt es, Elemente des Juniorenfußballs wie Spaß, Abwechslung, Wettkämpfe, Tempo usw. zu integrieren und so immer wieder neue Reize zu setzen. Auch und gerade bei komplexeren taktischen Abläufen muss der Trainer den Spielern die Angst vor Fehlern nehmen und sie als notwendige Teile des Lernprozesses einordnen: „Es ist nicht schlimm, Fehler zu machen. Es ist nur schlimm, sie (häufig) zu wiederholen!“

Umschalten von Abwehr auf Angriff

Training muss auf den Wettkampf vorbereiten. Damit trotz der im Amateurbereich geringen zeitlichen Kapazitäten Trainingsinhalte im Wettspiel umgesetzt werden können, ist eine möglichst hohe Spielnähe unabdingbar. Das gilt auch für die komplexen physischen und technisch-taktischen Abläufe beim schnellen Umschalten, die in Spielformen integriert werden sollten.

Sicher: Die Spieler kommen hierbei nicht auf so viele Wiederholungen wie in einer Übungsform. Doch kann man mittels geschickter Konzeption und Steuerung der Spielformen (Provokationsregeln, Spielfeldgröße, Überzahl-/Unterzahl usw.) die nötigen Impulse setzen. Der Trainer informiert die Spieler vorab, welches Verhalten sie zeigen sollen und coacht sie dann gezielt: Ohne Ballgewinn kein Umschalten auf Angriff! Also muss das Umschalt-Team zunächst den Ball erobern und dazu Überzahl gegen den Ballbesitzer herstellen. Nach dem Ballgewinn bestehen je nach Spielsituation folgende Optionen: Tempodribbling, Pass in die Tiefe oder Spielverlagerung.

Neben den ‘üblichen’ technischen, taktischen und konditionellen Leistungsvoraussetzungen sollten die Spieler gerade für das schnelle Umschalten auch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale bzw. mental-kognitive Fähigkeiten aufweisen. Info 1 (siehe unten) fasst diese Eigenschaften zusammen.

Eine Trainingseinheit für das schnelle Umschaltspiel erhalten Sie hier (Weitere Traiingseinheiten finden Sie in der Zeitschrift fussballtraining 9/12):


TE_Schnelle_Wechsel_der_Spielrichtung.pdf
Schnelles_Umschaltspiel__Info_1.pdf
 
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