21.01.2013 12:03 Thema Fußball im Winter
Von Didi Wedegärtner (aus der Zeitschrift "fussballtraining"; Ausgabe 01,02/2012)
Regen? Matsch? Schnee? Eis? Trainieren können Sie fast immer! Sie müssen nur Ihre Trainingsinhalte den Wetter- und den Bodenverhältnissen anpassen!
„Wir waren in fünf Wochen gerade dreimal auf dem Platz. Dafür kennen wir jetzt alle Straßen und Wege unserer Stadt!“ Die Rückrundenvorbereitung geriet zuletzt angesichts gesperrter Plätze für viele Teams eher zu einer Fortbildung in Heimatkunde denn zu einer Steigerung bzw. Erhaltung fußballerischer Fähigkeiten.
Doch wenn Sie wissen, welche äußeren Bedingungen welche Trainingsformen erlauben, können Sie Ihre Spieler in den kommenden Wochen vielleicht doch häufiger als in den Vorjahren fußballspezifisch auf die ersten Meisterschaftsspiele vorbereiten. Denn was für den Winter gilt, gilt auch für sie: Sie kommen bestimmt!
Dieser alte Grundsatz trifft auch für das Training im Winter zu: Sie können so manches Problem schon im Vorhinein lösen.
Wohnt oder arbeitet einer Ihrer Spieler in der Nähe des Platzes, bitten Sie ihn doch einfach, schon zwei Stunden vor Trainingsbeginn eine ‘Platzbegehung’ zu machen. Und erziehen Sie Ihre Spieler dazu, von Kopf bis Fuß wintergerechte Kleidung zu tragen. Also Mütze oder Stirnband, Handschuhe und evtl. größere Schuhe, die Platz für dicke Socken bieten.
Eine wärmende Salbe für die Füße halten manche ebenfalls für eine gute Idee. Und ‘zwischen’ den Füßen auch mal eine zweite lange Hose – selbst wenn’s der eine oder andere Hartgesottene als ‘uncool’ empfindet. Doch genau diesen Effekt soll sie ja schließlich haben! Aufwärmen ist bei Kälte besonders wichtig.
Stretchen z. B. kann man durchaus schon in der Kabine! Apropos: Natürlich macht es sich gut, wenn Sie Ihren Jungs schon dort sagen, ob der Platz nutzbar ist oder nicht! Also haben Sie ihn bereits längst inspiziert!
Doch mit diesen ersten Schritten ist es noch nicht getan. Im Winter zu trainieren, heißt auch, die Trainingsziele und -inhalte den äußeren Bedingungen anzupassen. Haben Sie z. B. nur eine recht kleine Fläche zur Verfügung, sollten Sie von Ihrem ursprünglich geplanten Vorhaben ‘Flügelspiel’ Abstand nehmen. Auch die Grundlagenausdauer lässt sich auf einem 30 x 20 Meter großen Areal nicht gerade abwechslungsreich verbessern.
Info 1 gibt einen Überblick über die Abhängigkeiten der gängigsten Trainingsziele von folgenden äußeren Einflussgrößen: Das typische Wetter ist gekennzeichnet durch Kälte, Wind, Schnee, (Eis-)Regen und Temperaturschwankungen (Tauwetter). Das hat entsprechende Auswirkungen auf die Bodenverhältnisse des Trainingsplatzes. Der Untergrund ist mal ‘knochenhart’ gefroren, uneben, tief, nass, dann aber auch ‘gerade richtig’.
Manchmal können Sie den Platz überhaupt nicht oder nur einen kleinen, eisfreien Teil davon nutzen. Vielleicht müssen Sie zudem ‘auswärts’ und dann oft in den späten Abendstunden trainieren, da Ihr eigener Platz über keine Flutlichtanlage verfügt. Oder es teilen sich gleich drei Teams ein ganzes Spielfeld.
Sicher eignet sich eine kleine Fläche für Antritte mit Richtungswechseln. Doch leider vergisst mancher Kollege, die so entstandenen Löcher und ‘Huckel’ im Boden nach dem Training wieder zu begradigen. In der nächsten Nacht friert es und schon ist auch dieser Bereich tagelang von keinem Team mehr zu nutzen.
Und die Spielerzahl: Sind z. B. nur acht erschienen, sollten Sie trotz vermeintlich optimaler Bedingungen (ganzer Platz!) den geplanten Ausdauerparcours durch ein 2-gegen-2-Turnier ersetzen. Weitere interessante Trainingseinheiten mit kleinen Gruppen erhalten Sie hier.
In Info 2 finden Sie einen exklusiven Vorschlag für einen Koordinations- und einen Technik-Parcours.
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